.. so könnte es gewesen sein ...
Im 12. Jahrhundert zählten große Teile des Thüringer Waldes zum Besitz der Grafen von Orlamünde. Dazu gehörte auch ein Gebiet mit steilen Bergen und finsteren engen Tälern, durch das sich ein Weg bahnte, auf dem sich Menschen zu Fuß oder zu Pferde auf Reisen befanden und vor allem Handelsleute mit Pferdegespannen ihre Handelsgüter über die Höhen des Thüringer Kammes, der wohl heute bekannten Heeres- und Handelsstraße, beförderten.
In einem solchen finsteren Tal sind die Handelsleute oft von Räubern überfallen und ausgeraubt worden. Angesichts dieser Gräueltaten nannte man dieses Tal wohl Greuental. Die Grafen von Orlamünde wollten jedoch die Handelszüge schützen sowie die Handelsstraße kontrollieren und beherrschen. Auf einem Felsvorsprung erbauten sie deshalb ein Haus, von dem aus die Straße gut zu sehen und zu beobachten war. Von den vorbeiziehenden Handelsleuten forderten sie von nun an einen Wegezoll, für den die Handelsleute auf ihren Weg durch das Tal Geleit und Schutz erhielten.
Nach und nach siedelten sich im Tal, am Fuße des Hauses, der späteren Burg Wespenstein immer mehr Menschen an. Es waren Handwerker, Gastwirte und Fuhrleute, die den Vorbeiziehenden ihre Dienste anboten und wodurch die Siedlung mehr und mehr an Bedeutung gewann.
Dank der Grafen von Orlamünde entstand aus der Siedlung im ehemaligen Greuental die Stadt Gräfenthal. Denn in einer Urkunde aus dem Jahr 1337 wird von "hus und stat grevenal" berichtet. Um 1394 wird sie als "Grefental", 1446 als "Grefenthall" und um 1521 als "Greffenthal" bezeichnet.
Erst ab 1590 wurde die Stadt mit heutigen Namen "Gräfenthal" genannt.